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Kanzlerbungalow und Kanzleramt in Bonn

Führung durch den ehemaligen Kanzlerbungalow und das ehemalige Kanzleramt

am Samstag, 28.07.2018, 11:00-15:00 Uhr

Schlicht und bescheiden zeugt das ehemalige Regierungsviertel am Rhein vom provisorischen Charakter der Bundeshauptstadt Bonn. Die Nachkriegs-Neubauten stehen für das Bekenntnis zum demokratischen Neubeginn und brechen gleichzeitig mit dem Pathos des Nationalsozialismus. Eine neue Kultur politischer Kommunikation entsteht: Kurze Wege und überparteiliche Treffen beim Italiener sind Teil der jungen Demokratie.

Mit einer Führung durch Kanzlerbungalow und -amt können wir einen Blick hinter die Kulissen der Bonner Demokratie werfen.

11:00-12:00 Uhr werden wir das Kanzleramt (1976-1999) mit Kanzlerzimmer und Kabinettssaal besichtigen und erläutert bekommen. Eine Packung Zigaretten, eine Dose Schnupftabak und ein Aschenbecher liegen auf dem schweren Eichenschreibtisch im einstigen Kanzlerzimmer mit der hellen Fensterfront. Fast wirkt es so, als sei Bundeskanzler Helmut Schmidt soeben kurz aus dem Raum gegangen. Denn das ehemalige Büro der Bundeskanzler in Bonn ist mit Möbeln ausgestattet, die Schmidt persönlich für die Präsentation überlassen hat: Nicht nur seine Rauchutensilien finden sich dort wieder, auch ein Schachspiel, das er 1978 vom türkischen Ministerpräsidenten Bülent Ecevit geschenkt bekommt. Der zweckmäßigen Architektur des Gebäudes, die den Kanzler an eine „rheinische Sparkasse“ erinnert, setzt er ausdrucksvolle Kunstwerke in und vor dem Gebäude entgegen.

In diesem Büro hält Schmidt 1977 die Krisensitzungen des Deutschen Herbsts ab, als linksextremistische Terroristen die Bundesrepublik zu erpressen versuchen. Bundeskanzler Helmut Kohl führt hier im Machtzentrum entscheidende Gespräche im Vorfeld der deutschen Wiedervereinigung. Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder arbeitet ein Jahr lang in diesem Büro, ehe er im August 1999 nach Berlin umzieht.

Das Kanzlerarbeitszimmer ist mit Originalmöbeln von Bundeskanzler Helmut Schmidt eingerichtet. Eine Präsentation mit Fotos und Exponaten − auch zu den Bundeskanzlern Helmut Kohl und Gerhard Schröder − ergänzen das Ensemble. An zwei Medienstationen erfahren wir, welche internationalen Gäste die Kanzler hier empfangen haben und wie eine Kabinettssitzung im Kabinettssaal ausgesehen hat.

Danach werden wir von 13:30-15:00 Uhr durch den Kanzlerbungalow geführt.

Lichtdurchflutet und klar: Das ehemalige Wohn- und Empfangsgebäude der Bundeskanzler steht für Transparenz und Offenheit. 1963/64 baut Architekt Sep Ruf das moderne Gebäude im Auftrag von Bundeskanzler Ludwig Erhard. Seit 2001 steht es unter Denkmalschutz. Eine Ausstellung am historischen Ort informiert über die Geschichte des Gebäudes. Wie unterschiedlich haben Regierungschefs ihre Wohn- und Arbeitsstätte genutzt?